„Kommt aus jedem Ei ein Küken?“ – diese Frage hören Eltern und Erzieher:innen spätestens beim Frühstücksei. Die Antwort ist ein kleines Naturwunder, das Kinder ab etwa drei Jahren gut verstehen. Hier erklären wir Schritt für Schritt, wie aus einem Ei ein Huhn wird, und zeigen, wie du das Thema in der Kita oder zu Hause lebendig machst.
Schritt 1: Die Henne legt ein Ei
Eine gute Legehenne legt fast jeden Tag ein Ei. Für ein Ei braucht sie ungefähr einen Tag. Wichtig für Kinder: Eine Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn da ist. Aus diesen Eiern kann aber nie ein Küken werden. Nur wenn ein Hahn mit den Hennen zusammenlebt, können Eier befruchtet sein. Die Eier aus dem Supermarkt sind deshalb einfach Eier zum Essen – darin wächst nichts.
Schritt 2: Die Henne brütet
Manchmal möchte eine Henne Küken haben. Dann wird sie zur „Glucke“: Sie sammelt mehrere Eier im Nest und setzt sich darauf. Mit ihrem warmen Bauch wärmt sie die Eier, und mit dem Schnabel dreht sie sie immer wieder um. Das Nest verlässt sie nur kurz zum Fressen und Trinken. Zum Ausmalen passt dazu Henne im Nest.
Das Brüten dauert etwa 21 Tage, also drei Wochen. Für Kita-Kinder lässt sich das gut greifbar machen: 21 Mal schlafen. Eine Henne brütet meist zwischen 6 und 12 Eier auf einmal aus.
Schritt 3: Im Ei wächst das Küken
Während die Henne brütet, wächst im befruchteten Ei ein kleines Küken heran. Das Eigelb ist sein Vorrat zum Wachsen. Am stumpfen Ende des Eis gibt es eine kleine Luftblase.
Und jetzt kommt etwas, das Kinder begeistert: Kurz vor dem Schlüpfen piepsen die Küken schon im Ei – und die Henne antwortet ihnen. Mama und Küken kennen sich also schon, bevor sie sich sehen.
Schritt 4: Das Küken schlüpft
Auf der Schnabelspitze hat das Küken einen kleinen, harten Höcker, den Eizahn. Damit pickt es von innen ein Loch in die Schale und dreht sich Stück für Stück weiter, bis die Schale aufbricht. Das ist harte Arbeit und kann viele Stunden dauern. Der Eizahn fällt später ab.
Frisch geschlüpft ist das Küken nass und etwas zerzaust. Nach kurzer Zeit ist sein Flaum trocken und flauschig. Den Moment des Schlüpfens zeigt Küken im Ei, den ganzen Ablauf auf einem Blatt das Lernbild Vom Ei zum Huhn.
Schritt 5: Das Küken wird groß
Küken können schon bald laufen und picken selbst nach Körnern. Die Glucke führt sie herum, zeigt ihnen Futter und wärmt sie unter ihren Flügeln, wenn es kühl wird – wie auf Henne mit Küken. Nach einigen Wochen wachsen aus dem Flaum richtige Federn.
Schritt 6: Junghenne oder Hahn?
Nach einigen Wochen bis Monaten sieht man, wer ein Hahn wird: Hähne bekommen einen größeren Kamm, längere Kehllappen und lange, gebogene Schwanzfedern. Irgendwann probieren sie ihr erstes, oft noch ziemlich schiefes „Kikeriki“. Die Junghennen bleiben kleiner und fangen nach einigen Monaten an, selbst Eier zu legen. Damit schließt sich der Kreis. Welche Hühner es noch gibt, zeigt Hühnerrassen für Kinder.
Für die Kita: So erklärst du es
Für Kinder von drei bis sechs Jahren reichen vier Bilder: Henne legt Ei – Henne brütet – Küken schlüpft – Küken wird Huhn. Lege die Bilder durcheinander und lass die Kinder die richtige Reihenfolge finden.
Ideen zum Mitmachen:
- Klappkarte basteln: Die Bastelvorlage Klappkarte Küken zeigt ein Ei, das sich aufklappen lässt – darin sitzt das Küken. Perfekt, um das Schlüpfen nachzuspielen.
- Squishy: Das Küken im Ei zum Ausmalen und Ausstopfen ist ein weicher Handschmeichler mit Küken-Überraschung.
- Bewegungsspiel „Küken schlüpft“: Alle Kinder hocken eng zusammengerollt als Ei auf dem Boden. Erst piepsen sie leise, dann klopfen sie mit dem Finger an die „Schale“, strecken einen Arm heraus und schließlich den ganzen Körper.
- Zählen: Drei Wochen Brutzeit an einem Streifen mit 21 Kästchen abhaken – ein Kästchen pro Tag.
Hygiene-Tipp: Wenn ihr mit echten Eiern oder Eierschalen bastelt, danach immer gründlich die Hände waschen. Rohe Eier können Keime tragen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es vom Ei zum Küken?
Etwa 21 Tage, also drei Wochen. Je nach Wärme kann es einen Tag früher oder später sein.
Braucht eine Henne einen Hahn, um Eier zu legen?
Nein. Hennen legen auch ohne Hahn Eier. Nur damit ein Küken entstehen kann, muss ein Hahn dabei sein.
Darf man einem Küken beim Schlüpfen helfen?
Lieber nicht. Das Schlüpfen ist anstrengend, aber das Küken braucht genau diese Zeit, um kräftig genug für die Welt draußen zu werden. Wer helfen will, kann leicht etwas verletzen. Beobachten und leise sein ist die beste Hilfe.