Auf einem Bauernhof gibt es keine Ferien vom Wetter. Die Arbeit richtet sich nach den Jahreszeiten: Wann gesät wird, wann das Heu trocknet, wann die Kartoffeln reif sind. Für Kinder ist das eine wunderbare Möglichkeit, den Lauf des Jahres zu verstehen. Die Monatsangaben unten sind nur grob – je nach Gegend und Wetter verschiebt sich vieles um ein paar Wochen.
Frühling (etwa März bis Mai): Alles fängt an
Im Frühling wird es draußen wärmer und heller, und auf dem Hof ist viel los.
Tierbabys: Jetzt kommen auf vielen Höfen Lämmer, Zicklein und Küken zur Welt. Lämmer springen über die Wiese, Küken laufen hinter ihrer Mama her.
Felder vorbereiten und säen: Der Traktor pflügt und lockert die Erde. Dann wird gesät, zum Beispiel Mais oder Sommergetreide, und Kartoffeln werden in die Erde gelegt. Im Garten säen Kinder gern selbst – wie auf Kind sät Samen.
Gäste aus Afrika: Störche und Rauchschwalben kommen aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück. Schwalben bauen ihre Nester aus kleinen Lehmklümpchen am liebsten innen im Stall. Bauern freuen sich darüber, denn Schwalben fangen viele Fliegen.
Gelbe Felder: Im Frühling blüht der Raps. Ganze Felder leuchten dann knallgelb.
Ein Bild, das alles zusammenbringt: Bauernhof im Frühling.
Sommer (etwa Juni bis August): Heu und Ernte
Im Sommer sind die Tage lang, und die Bauern arbeiten oft bis zum Abend.
Heu machen: Heu ist getrocknetes Gras. Erst wird die Wiese gemäht, dann wird das Gras mehrmals gewendet, damit es in der Sonne gut trocknet. Zum Schluss presst eine Maschine das Heu zu Ballen. Regnet es zur falschen Zeit, wird es knapp – darum schauen Bauern im Sommer ständig auf den Wetterbericht.
Getreideernte: Wenn das Getreide golden ist, fährt der Mähdrescher übers Feld (Mähdrescher). Er schneidet die Halme, trennt die Körner ab und lässt das Stroh liegen. Das Stroh wird später ebenfalls gepresst.
Auf der Weide: Kühe, Pferde und Schafe sind draußen, wo es Weide gibt. Sie brauchen jetzt Schatten und viel frisches Wasser. Schweine suhlen sich gern im Schlamm, weil sie nicht schwitzen können.
Erdbeeren und Gemüse: Im Frühsommer gibt es Erdbeeren, später reifen Bohnen, Tomaten und vieles mehr.
Zum Ausmalen: Bauernhof im Sommer.
Herbst (etwa September bis November): Ernte und Abschied
Der Herbst ist die große Erntezeit.
Was geerntet wird: Kartoffeln, Mais, Äpfel und Kürbisse. Auf den Feldern fahren große Erntemaschinen, im Obstgarten stehen Leitern an den Bäumen. Ein buntes Kürbisfeld zeigt Kürbisfeld.
Erntedank: In vielen Orten wird im Herbst Erntedank gefeiert – ein Fest, bei dem man sich für die Ernte bedankt. Oft gibt es geschmückte Wagen mit Obst, Gemüse und Getreide.
Wieder säen: Einige Getreidearten werden schon im Herbst gesät. Sie keimen noch vor dem Winter und wachsen im Frühling weiter.
Abschied: Störche und Schwalben fliegen zurück nach Afrika. Der Igel sucht sich einen Haufen Laub, denn von etwa November bis März hält er Winterschlaf.
Passend dazu: Bauernhof im Herbst.
Winter (etwa Dezember bis Februar): Stallzeit
Im Winter wächst draußen kaum etwas, aber die Tiere brauchen jeden Tag Pflege.
Füttern: Jetzt wird das Heu aus dem Sommer gebraucht. Viele Tiere fressen Heu, Silage und Getreide und schlafen auf frischem Stroh. Wichtig ist, dass das Trinkwasser nicht einfriert.
Im Stall und draußen: Kühe und viele andere Tiere sind im Stall. Manche robusten Tiere bleiben auch draußen: Shetlandponys bekommen ein dickes Winterfell, und Schafe haben ihre Wolle. Esel dagegen brauchen einen trockenen Unterstand, denn ihr Fell ist nicht wasserdicht.
Jeden Tag melken: Milchkühe werden auch an Weihnachten gemolken. Auf dem Hof gibt es keinen Tag ganz ohne Arbeit.
Reparieren und planen: Maschinen werden gewartet, Zäune repariert, und die Bauern planen, was sie im Frühling säen.
Zum Ausmalen: Bauernhof im Winter.
Idee: Ein Jahreszeiten-Rad basteln
Schneide einen großen Pappkreis aus und teile ihn in vier Felder. In jedes Feld kommt ein ausgemaltes Bild einer Jahreszeit. Ein Pfeil aus Pappe mit einer Musterbeutelklammer in der Mitte zeigt, welche Jahreszeit gerade ist. Mehr Ideen für die Gruppe findest du im Ratgeber Kita-Projekt Bauernhof – Ideen & Vorlagen.
Häufige Fragen
Haben Bauern im Winter frei?
Nein. Tiere müssen jeden Tag gefüttert, getränkt und versorgt werden, Kühe auch gemolken. Dazu kommen Reparaturen und Planung.
Was ist der Unterschied zwischen Heu und Stroh?
Heu ist getrocknetes Gras und wird verfüttert. Stroh sind die trockenen Halme vom Getreide, die nach der Ernte übrig bleiben. Es dient vor allem als weiche Einstreu im Stall.
Warum riecht es im Frühling manchmal nach Mist?
Mist ist ein natürlicher Dünger. Die Bauern bringen ihn auf die Felder, damit die Pflanzen gut wachsen. Der Geruch verschwindet meist bald wieder.