Der Bauernhof ist eines der dankbarsten Kita-Themen: Jedes Kind kennt ein paar Tiere, alle können mitmuhen, und vom Frühstücksei bis zur Milch gibt es überall Anknüpfungspunkte. Hier findest du einen Wochenplan, den du an deine Gruppe anpassen kannst – für Kinder von etwa drei bis sechs Jahren, mit Tipps für die Kleinsten und die Vorschulkinder.
Vorbereitung: Was du brauchst
- Ausgedruckte Vorlagen auf DIN A4, für Bastelarbeiten etwas dickeres Papier
- Bilderbücher und Fotos von Hoftieren
- Ein Korb mit Naturmaterial: Heu oder Stroh, Wolle, eine Feder, Getreidekörner
- Kartons, Klorollen und Stoffreste für die Bauecke
- Bei Spielkarten: Laminiergerät oder Folie, damit sie lange halten
Tipp: Gestalte schon vor dem Start eine Ecke im Gruppenraum als Bauernhof – mit Heuballen-Kissen, Gummistiefeln und Tierfiguren. Das weckt Vorfreude.
Der Wochenplan
Montag: Welche Tiere leben auf dem Hof?
Sitzkreis: Im Korb liegen Wolle, eine Feder und etwas Heu. Die Kinder fühlen und raten, zu welchem Tier es passt.
Tierlaute: Ein Kind macht einen Laut, die anderen raten. Auf dem Arbeitsblatt Tierlaute verbinden die Kinder danach die gleichen Tiere und machen bei jeder Linie den Laut.
Basteln: Fingerpuppen ausmalen, ausschneiden und zusammenkleben. Mit den Fingerpuppen spielen die Kinder gleich ihre ersten Hofgeschichten.
Dienstag: Tierfamilien
Gespräch: Wie heißen die Tierbabys? Kalb, Ferkel, Lamm, Fohlen, Küken – viele Kinder kennen erstaunlich viele.
Spiel: Beim Mama & Baby Paare suchen die Kinder Mama und Baby als Paar. Für die Kleinsten legst du nur sechs Paare aus, für Vorschulkinder darf es ruhig das ganze Spiel sein.
Bewegung: „Mama sucht Baby“ – die Hälfte der Kinder sind Tiermamas, die andere Hälfte Babys. Mit geschlossenen Augen finden sie sich nur über ihren Tierlaut.
Mittwoch: Was kommt vom Bauernhof?
Experiment: Butter schütteln. Sahne in ein Schraubglas füllen und reihum kräftig schütteln, bis sich Butter und Buttermilch trennen. Auf Brot probieren – Allergien in der Gruppe vorher abklären.
Säen: Kresse auf Watte säen. Nach wenigen Tagen sprießt es, nach gut einer Woche können die Kinder ernten.
Lernspaß: Zählen, Zuordnen, Schattenbilder – in der Gruppe Bauernhof-Lernspaß gibt es Vorlagen für verschiedene Altersstufen, von „Zahl 1 – ein Traktor“ bis zum Bauernhof-ABC.
Donnerstag: Wir bauen einen Bauernhof
Großprojekt: Aus den Faltvorlagen entsteht ein ganzer Papierhof. Fang mit Scheune an, dann kommen Bauernhaus, Hühnerstall, Silo, Traktor und Zaun dazu. Alle Bastelvorlagen findest du unter Basteln & Falten.
Tipp: Jüngere Kinder malen aus, ältere schneiden und falten mit. Das Kleben machen alle zusammen. Mit Tier-Aufstellern wird der Hof anschließend bespielt.
Freitag: Ausflug oder Hoffest
Wenn möglich, besucht ihr einen Bauernhof (siehe unten). Klappt das nicht, feiert ein kleines Hoffest in der Kita: Alle kommen in Gummistiefeln, es gibt Butterbrote mit der selbst gemachten Butter, und zum Abschluss spielt ihr Bauernhof-Bingo. Weitere Würfel-, Lege- und Kartenspiele stehen in der Gruppe Spiele zum Ausdrucken.
Lieder und Bewegungsspiele
Lieder: Am besten eignen sich Lieder, in denen jede Strophe ein anderes Tier und seinen Laut bringt. Die Kinder dürfen Tiere vorschlagen und die passende Bewegung zeigen. Genauso gut funktioniert eine bekannte Kinderliedmelodie, zu der ihr eigene Strophen über eure Lieblingstiere dichtet.
Bewegungsspiele:
- Tier-Stopp: Musik läuft, alle laufen herum. Stoppt die Musik, rufst du ein Tier, und alle erstarren als dieses Tier.
- Hühner in den Stall: Reifen auf dem Boden sind Hühnerställe. Ruft die Spielleitung „Regen!“, flitzen alle Hühner in einen Stall.
- Schafe hüten: Ein Kind ist der Hütehund und lenkt die „Schafe“ nur mit Gesten in einen Stuhlkreis-Stall.
- Pferderennen: Alle sitzen im Kreis und trommeln auf die Oberschenkel – mal Schritt, mal Trab, mal Galopp.
Ausflug zum Bauernhof: So klappt es
- Vorher absprechen: Mit dem Hof klären, was die Kinder sehen und anfassen dürfen und wo gegessen wird.
- Eltern informieren: Wetterfeste Kleidung, Gummistiefel, Wechselsachen. Allergien gegen Heu oder Tierhaare abfragen.
- Regeln besprechen: Leise sein, nichts füttern ohne Erlaubnis, nie von hinten an große Tiere herangehen.
- Hände waschen: Nach dem Tierkontakt und vor dem Essen gründlich mit Seife und Wasser. Nicht im Stall essen.
- Fragen sammeln: Die Kinder überlegen vorher, was sie den Bauern fragen wollen. Das macht den Besuch viel lebendiger.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ein Bauernhof-Projekt dauern?
Eine Woche ist ein guter Rahmen. Bei großem Interesse lässt es sich leicht auf zwei bis drei Wochen ausdehnen, etwa mit Schwerpunkten wie Milch, Hühner oder Ernte.
Was tun, wenn kein Bauernhof in der Nähe ist?
Ein Hofladen, ein Streichelzoo oder ein Wochenmarkt sind gute Alternativen. Zusammen mit dem Papierhof und einem Hoffest in der Kita wird das Thema trotzdem anschaulich.
Wie beziehe ich die ganz Kleinen ein?
Für Kinder unter drei Jahren reichen wenige Tiere mit deutlichen Lauten: Kuh, Schwein, Huhn, Schaf. Große, einfache Ausmalbilder, Fingerpuppen und Bewegungsspiele funktionieren besser als lange Erklärungen.