Wichtel Regeln klingen erst mal streng. Gemeint ist aber etwas Schönes: ein paar Abmachungen, die den Wichtelbesuch für alle einfacher machen. Kinder lieben Rituale, und Eltern haben es leichter, wenn klar ist, was der Wichtel tut und was nicht.
Hier findest du Regeln, die sich in vielen Familien bewährt haben. Such dir aus, was zu euch passt. Keine davon ist Pflicht.
Warum Wichtel-Regeln überhaupt helfen
Regeln geben der Geschichte einen Rahmen. Sie beantworten Fragen, bevor sie gestellt werden: Warum sieht man den Wichtel nie? Warum war heute Nacht nichts los? Was passiert am 24.?
Außerdem schützen sie dich ein bisschen vor dir selbst. Wer am ersten Abend schon eine Klopapier-Großbaustelle im Treppenhaus anlegt, hat am 14. Dezember ein Problem.
Die wichtigsten Wichtel Regeln für zu Hause
1. Wichtel sind scheu
Der Wichtel lässt sich nie blicken. Er kommt nur, wenn alle schlafen. Das erklärt, warum niemand ihn je sieht – und warum es nichts bringt, nachts auf der Lauer zu liegen.
2. Die Wichteltür bleibt frei
Vor der Tür wird nichts abgestellt, kein Spielzeug, keine Schuhe. Sonst kommt der Wichtel nicht raus. Diese Regel ist praktisch, weil sie nebenbei für einen aufgeräumten Flurwinkel sorgt.
3. Die Tür bleibt zu
Hinter der Tür ist das Wichtelzuhause. Man klopft gern an, man legt gern Briefe davor – aber man öffnet sie nicht. Bei einer aufgeklebten Papiertür ist das ohnehin schwierig.
4. Briefe sind willkommen
Kinder dürfen dem Wichtel schreiben oder malen. Der Wichtel antwortet manchmal, aber nicht immer – er hat schließlich viel zu tun. Vorlagen für Antwortbriefe von Kindern gibt es unter Antwortbriefe vom Kind.
5. Der Wichtel macht nur kleine Streiche
Nichts geht kaputt, niemand wird geärgert, und alles lässt sich in ein paar Minuten wieder aufräumen. Das ist eine Regel für den Wichtel – und für die Eltern, die ihm helfen.
6. Aufräumen gehört dazu
Wenn der Wichtel ein Chaos hinterlassen hat, räumt die Familie gemeinsam auf. Manche Wichtel bedanken sich am nächsten Tag mit einem kleinen Zettel.
7. Nicht jede Nacht passiert etwas
Wichtel sind manchmal müde, unterwegs oder beim Weihnachtsmann zur Besprechung. Diese Regel ist Gold wert. Sie nimmt den Druck raus, wenn du einen Abend einfach keine Kraft mehr hast.
Und was ist mit Anfassen?
Weil unser Wichtel unsichtbar hinter seiner Tür wohnt, gibt es nichts zum Anfassen. Die Wichtel-Möbel, Briefe und Faltbilder vor der Tür dürfen Kinder natürlich anschauen und in die Hand nehmen. Wenn sie dabei etwas verrücken, ist das kein Drama. Der Wichtel ist großzügig.
Wenn ihr eine Figur nutzt, entscheidet ihr selbst, wie ihr das handhabt. Viele Familien lassen ihre Kinder ganz entspannt damit spielen.
Regeln für Ankunft und Abschied
Die Ankunft
Der Wichtel zieht meist in der Nacht zum 1. Dezember ein. Er kündigt sich mit Fußspuren, einem Koffer oder einem Brief an. In seinem ersten Brief kann er gleich die Regeln erklären – das wirkt viel überzeugender, als wenn Mama oder Papa sie vorliest. Fertige Ankunftsbriefe findest du unter Ankunftsbriefe, passende Deko im Set Ankunft.
Der Abschied
An Heiligabend oder in der Nacht davor packt der Wichtel seine Sachen. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief und vielleicht ein kleines Glöckchen. Die Tür bleibt danach meist bis nach Weihnachten stehen oder verschwindet mit der Weihnachtsdeko. Mehr dazu unter Wichtel-Abschied: liebevoll Tschüss sagen.
Wichtel-Regeln als Plakat
Kinder merken sich Regeln besser, wenn sie sie sehen. Schreib sie auf ein Blatt, lass dein Kind ein Bild dazu malen, und hängt es neben die Tür. Noch schöner: Der Wichtel bringt das Regelplakat selbst mit. Im Set Steckbrief & Ausweis gibt es außerdem einen Wichtel-Steckbrief, auf dem Name, Lieblingsessen und Hobbys stehen.
Wichtig dabei: Formuliere die Regeln positiv. „Wir lassen die Tür frei“ funktioniert besser als „Nie etwas vor die Tür stellen!“.
Regeln für Eltern (die Kinder nicht lesen müssen)
Auch für dich gibt es ein paar Abmachungen:
- Klein anfangen. Die ersten Tage dürfen ruhig unspektakulär sein. Steigern kannst du dich immer.
- Nichts kaputt, nichts Gefährliches. Keine echten Kerzen, keine Kleinteile in Reichweite von Kleinkindern, keine Stolperfallen auf der Treppe.
- Lebensmittelfarbe sparsam. Ein, zwei Tropfen reichen für blaue Milch.
- Keine Drohungen. Der Wichtel ist ein Freund, kein Aufpasser. „Wenn du nicht brav bist, geht der Wichtel“ macht die Magie kaputt.
- Vorräte anlegen. Ein kleiner Wichtel-Karton mit Material spart abendliche Suchaktionen. Unsere Wichtel-Einkaufsliste für Eltern hilft dabei.
Für die Ideen selbst lohnt ein Blick in die Wichtelstreiche: Dort steht bei jedem Streich, wie lange er dauert und wie viel Chaos er macht.
Häufige Fragen
Wie viele Regeln braucht ein Wichtel?
Drei bis fünf reichen völlig. Jüngere Kinder merken sich ohnehin nur die ersten zwei. Wichtig sind vor allem „Wichtel sind scheu“ und „die Tür bleibt frei“.
Was mache ich, wenn mein Kind eine Regel bricht?
Nichts Dramatisches. Der Wichtel kann in einem Brief freundlich daran erinnern. Er zieht nicht aus, und er petzt auch nicht beim Weihnachtsmann.
Darf der Wichtel auch Aufgaben verteilen?
Ja, wenn es freundlich bleibt. Kleine Aufträge wie „Hilf heute beim Tischdecken“ passen gut. Ideen dafür findest du beim Freundlichkeits-Wichtel: gute Taten statt Chaos.
Sollen Geschwister unterschiedliche Regeln haben?
Besser nicht. Ein Wichtel, eine Familie, ein Regelplakat. Ältere Geschwister können aber zu „Wichtel-Helfern“ werden und die Regeln für die Kleinen erklären.