Wichtel vergessen? Willkommen im Club. Es ist sieben Uhr morgens, das Kind rennt zur Tür, und dir fällt siedend heiß ein: Der Wichtel hat heute Nacht geschlafen. Das passiert wirklich allen Eltern, meist sogar mehrmals pro Dezember. Hier ist dein Notfallkoffer.
Erste Hilfe: Was du jetzt sofort tun kannst
Du hast zwei Möglichkeiten: Du rettest die Situation heimlich, oder du lässt den Wichtel eine Ausrede liefern. Beides ist völlig in Ordnung.
Variante 1: Heimlich nachholen
Wenn das Kind noch im Bad ist oder beim Anziehen trödelt, hast du oft zwei bis drei Minuten. Das reicht für einen Blitz-Streich:
- Schuhe vertauschen – alle Schuhe im Flur stehen plötzlich falsch herum oder bei den falschen Leuten. Siehe Vertauschte Schuhe.
- Bilder schief hängen – drei Bilderrahmen leicht schräg, fertig. Siehe Schiefe Bilder.
- Watte in die Hausschuhe – schnell gemacht und lustig beim Reinschlüpfen. Siehe Watte in den Hausschuhen.
- Stühle umdrehen – zwei Küchenstühle kopfüber auf den Tisch. Siehe Umgedrehte Stühle.
- Botschaft am Spiegel – „Guten Morgen! Ich hab verschlafen.“ Siehe Spiegel-Botschaft.
Alle Ideen dieser Art sammeln wir unter 5-Minuten-Streiche.
Variante 2: Die Ausrede
Ist das Kind schon an der Tür, hilft nur noch eine gute Geschichte. Am besten erzählt sie der Wichtel selbst, mit einem Brief am Abend.
Die besten Ausreden für einen vergessenen Wichtel
Kinder akzeptieren erstaunlich viel, wenn die Geschichte gut ist. Ein paar Klassiker:
- „Der Wichtel war beim Weihnachtsmann.“ Es gab eine wichtige Besprechung am Nordpol. Er bringt morgen Neuigkeiten mit.
- „Der Wichtel hat verschlafen.“ Er war so müde vom Streich gestern, dass er die ganze Nacht durchgeschlafen hat.
- „Er hat etwas vorbereitet.“ Etwas Großes kommt. Das klingt nach Vertröstung, funktioniert aber gut – wenn du dann wirklich etwas machst.
- „Er war krank.“ Ein Schnupfen-Wichtel mit Taschentuch-Decke vor der Tür ist ein eigener schöner Streich. Material dazu gibt es im Set Wichtel ist krank.
- „Jemand hat vor der Tür gestanden.“ Achtung: Diese Ausrede klingt nach Schuldzuweisung. Lieber nur nutzen, wenn wirklich etwas vor der Tür stand – und freundlich formulieren.
- „Er hat nur aufgeräumt.“ Manchmal macht der Wichtel eben nichts Lustiges, sondern putzt seine Wohnung.
- „Er war bei einer anderen Familie aushelfen.“ Funktioniert besonders gut, wenn es in der Kita auch einen Wichtel gibt.
Die Ausrede, die du vermeiden solltest: „Du warst nicht brav genug.“ Der Wichtel ist ein Freund, kein Belohnungssystem.
Notfall-Briefe und Entschuldigungen
Ein Brief ist die eleganteste Lösung. Er gibt der Ausrede Glaubwürdigkeit, und Kinder freuen sich trotzdem über Post. Wir haben fertige Vorlagen:
- Notfall-Briefe – Briefe für Tage, an denen der Wichtel nichts gemacht hat.
- Entschuldigungsbriefe – wenn der Wichtel sich für etwas entschuldigen muss, etwa für zu viel Chaos.
- Wichtel unterwegs – wenn der Wichtel ein, zwei Tage verreist.
Tipp: Druck dir zwei oder drei Notfall-Briefe gleich im November aus und leg sie in eine Schublade. Dann hast du sie im Ernstfall in zehn Sekunden zur Hand.
Wichtel vergessen vermeiden: Planungstipps
Am besten ist natürlich, wenn es gar nicht erst passiert. Diese Tricks helfen:
Einen Plan machen
Wer weiß, was morgen dran ist, vergisst es seltener. Unser 24-Tage-Wichtelplan ordnet jedem Tag einen Streich zu. Du kannst ihn ausdrucken und an den Kühlschrank hängen – Kinder lesen ihn ja nicht.
Erinnerung im Handy
Ein Wecker um 21 Uhr mit dem Titel „Socken!“ oder „Post!“ reicht. Bloß nicht „Wichtel“, falls ein Kind gerade aufs Display schaut.
Material vorbereiten
Eine Kiste mit allem, was du brauchst, spart abends Zeit. Unsere Wichtel-Einkaufsliste für Eltern hilft beim Zusammenstellen.
Streiche vorproduzieren
An einem ruhigen Wochenende kannst du Faltbilder ausschneiden, Briefe ausdrucken und Mini-Möbel vorbereiten. Unter der Woche musst du sie dann nur noch hinstellen.
Arbeit teilen
Wer sagt, dass immer dieselbe Person der Wichtel sein muss? Teilt die Abende auf. Ältere Geschwister helfen oft begeistert mit.
Ruhetage einplanen
Vereinbare von Anfang an, dass der Wichtel nicht jede Nacht etwas macht. Das steht am besten gleich im Ankunftsbrief. Mehr dazu unter Wichtel-Regeln für Kinder.
Streiche, die fast nichts kosten
Wenn du abends müde bist, helfen Streiche, die in einer Minute stehen. Viele davon findest du bei Ohne Unordnung, zum Beispiel den Wichtel, der vorliest, oder eine Streichholzschachtel als Bett. Kein Aufräumen, kein Aufwand.
Häufige Fragen
Merken Kinder, dass ich den Wichtel vergessen habe?
Manchmal. Meistens schlucken sie eine gute Ausrede aber problemlos. Wichtig ist, dass am nächsten Tag wieder etwas passiert.
Wie oft darf der Wichtel ausfallen?
So oft, wie es für euch passt. Ein, zwei Ruhetage pro Woche sind völlig normal, besonders wenn sie angekündigt sind.
Was mache ich, wenn ich auch am nächsten Abend keine Zeit habe?
Dann schickt der Wichtel eine Postkarte von unterwegs oder hinterlässt ein Ausmalbild. Motive gibt es in den Wichtel-Ausmalbilder.
Was, wenn mein Kind mich beim Streich erwischt?
Bleib entspannt. „Ich helfe dem Wichtel, der hatte heute so viel zu tun“ funktioniert erstaunlich gut. Für größere Fragen siehe „Gibt es Wichtel wirklich?“ – was Eltern antworten können.