Der Freundlichkeits-Wichtel ist die sanfte Variante des Wichtelbrauchs. Er macht keine Streiche, oder höchstens kleine. Stattdessen hinterlässt er jeden Morgen eine Idee für eine gute Tat: jemandem helfen, Danke sagen, etwas teilen.
Für viele Familien ist das eine Erleichterung. Kein nächtliches Aufbauen von Chaos, kein Aufräumen am Morgen. Und Kinder erleben, dass Weihnachten nicht nur mit Bekommen zu tun hat.
Wie funktioniert der Freundlichkeits-Wichtel?
Das Prinzip ist einfach:
- Der Wichtel zieht wie gewohnt ein, zum Beispiel am 1. Dezember.
- In seinem Begrüßungsbrief erklärt er, dass er dieses Jahr ein besonderer Wichtel ist: einer, der Freundlichkeit sammelt.
- Jeden Morgen liegt ein kleiner Zettel vor der Tür, mit einer Idee für den Tag.
- Abends oder am nächsten Morgen erzählen die Kinder, wie es war – oder malen es auf.
Wer mag, führt eine Liste oder eine Kette aus Papierstreifen, auf der jede gute Tat einen Ring bekommt. Am 24. ist sie lang genug für den Weihnachtsbaum.
Ankunftsbriefe, die du leicht anpassen kannst, findest du unter Ankunftsbriefe.
Warum gute Taten statt Streiche?
Es gibt mehrere gute Gründe:
- Weniger Aufwand. Ein Zettel ist in einer Minute geschrieben.
- Kein Chaos. Morgens muss niemand Mehlspuren wegwischen.
- Mehr Miteinander. Viele Aufgaben macht man zu zweit oder als Familie.
- Ein schöner Gegenpol. Der Dezember dreht sich bei Kindern oft um Wunschzettel. Ein bisschen Geben tut allen gut.
Und ehrlich gesagt: Man muss sich nicht entscheiden. Viele Familien mischen. Montags eine gute Tat, freitags ein Streich – auch das ist ein Plan.
24 gute Taten für den Freundlichkeits-Wichtel
Die Ideen sind grob nach Aufwand sortiert. Die ersten sind ganz leicht, später wird es etwas größer. Du kannst sie natürlich frei mischen.
Kleine Gesten im Alltag
- Hilf heute beim Tischdecken. Hilf beim Tischdecken
- Sag drei Menschen heute „Danke“ – und zwar richtig, mit Blickkontakt.
- Schreib oder mal einen Kompliment-Zettel für jemanden aus der Familie. Kompliment-Zettel
- Räum heute etwas weg, das gar nicht dir gehört.
- Lass jemandem den Vortritt – an der Tür, beim Spielen oder beim letzten Keks.
- Frag ein Kind, das allein spielt, ob es mitspielen möchte.
- Hilf beim Einkaufen tragen.
- Mach jemandem eine Tasse Tee oder Kakao (mit Hilfe, wenn nötig).
Für Menschen, die wir gernhaben
- Ruf Oma oder Opa an und erzähl, was du heute erlebt hast. Oma anrufen
- Mal ein Bild für jemanden, der allein wohnt.
- Schreib eine Weihnachtskarte an deine Lieblings-Erzieherin oder -Lehrerin.
- Überrasche ein Geschwisterkind mit einem Gefallen.
- Erzähl beim Abendessen, was du an jedem am Tisch magst.
- Lies einem jüngeren Kind oder deinem Kuscheltier etwas vor.
Für Nachbarn und die Welt draußen
- Back mit einem Erwachsenen Kekse und bring ein paar davon den Nachbarn. Kekse für die Nachbarn
- Bastle eine Danke-Karte für die Person, die eure Post bringt. Danke-Karte für den Postboten
- Häng Futter für die Vögel auf. Futter für die Vögel
- Sammle beim Spaziergang Müll auf (mit Handschuhen und einem Erwachsenen).
- Mal ein fröhliches Bild und häng es so ins Fenster, dass Leute auf der Straße es sehen.
- Halte jemandem im Treppenhaus oder Geschäft die Tür auf.
Teilen und abgeben
- Such Spielzeug aus, mit dem du nicht mehr spielst, und pack damit eine Spendenkiste. Spielzeug-Spendenkiste
- Teile heute deinen Nachtisch oder deine Süßigkeiten.
- Bring Bücher oder Kleidung, die zu klein geworden sind, gemeinsam zu einer Sammelstelle.
- Heiligabend: Wünsch jemandem, der heute arbeiten muss, frohe Weihnachten.
Alle gute-Taten-Ideen mit Bild und Anleitung findest du unter Gute Taten.
So klingt es nicht nach Pflichtprogramm
Der Freundlichkeits-Wichtel funktioniert nur, wenn er nicht zum Erziehungsinstrument wird. Ein paar Tipps:
- Einladen statt anordnen. „Hast du Lust, heute…?“ klingt anders als „Deine Aufgabe ist…“.
- Keine Kontrolle. Der Wichtel prüft nicht nach. Wenn eine Aufgabe nicht klappt, ist das okay.
- Keine Belohnung pro Tat. Die gute Tat ist die Belohnung. Sonst wird daraus ein Punktesystem.
- Mitmachen. Wenn Eltern mitmachen, wirkt es echt. Kinder merken schnell, ob es um sie oder um alle geht.
- Altersgerecht wählen. Ein Zweijähriger kann Löffel auf den Tisch legen. Eine Achtjährige kann eine Karte selbst schreiben.
Den Freundlichkeits-Wichtel mit Streichen kombinieren
Wer nicht ganz auf Spaß verzichten will, kann beides verbinden. Ein paar Vorschläge:
- Der Wichtel macht einen kleinen Streich und hängt die gute Tat des Tages gleich mit dran.
- An Wochenenden gibt es einen Streich, unter der Woche gute Taten.
- Der Wichtel „verdient“ sich einen Streich, wenn die Familie zusammen eine gute Tat geschafft hat.
Ideen für ruhige Streiche ohne Unordnung findest du unter Ohne Unordnung. Wie du einen ganzen Monat planst, steht im 24-Tage-Wichtelplan.
Zum Abschluss: eine Urkunde
Am 24. Dezember kann der Wichtel sich mit einer Urkunde bedanken. Im Set Urkunden gibt es eine Urkunde „Gute-Tat-Held“ zum Ausmalen. Zusammen mit der Papierkette ist das eine schöne Erinnerung an den Dezember.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter passt der Freundlichkeits-Wichtel?
Schon ab etwa drei Jahren, wenn die Aufgaben einfach sind und ein Erwachsener mitmacht. Grundschulkinder können viele Ideen selbstständig umsetzen.
Was, wenn mein Kind keine Lust hat?
Dann ist heute kein guter Tag für eine gute Tat. Der Wichtel versteht das. Morgen gibt es eine neue Idee.
Funktioniert das auch in Kita und Schule?
Sehr gut sogar. Gruppen können gemeinsame gute Taten planen. Mehr in Klassenwichtel in der Grundschule und Wichtel in der Kita.
Muss der Wichtel trotzdem eine Tür haben?
Nein. Ein Zettel auf dem Frühstückstisch reicht. Ideen ohne Tür findest du in Wichtel ohne Wichteltür.